Entsorgungszentrum “Alte Schanze” im technischen Überblick

Was ist wo auf der „Alten Schanze“? Wählen Sie einfach einen Erklärungspunkt auf dem Luftbild!

Weitere Detailinformationen zu den betriebstechnischen Einrichtungen befinden sich unterhalb des Bildes.

ave_Karte
1
Eingangsbereich mit Wiegegebäude
2
Wert- und Schadstofferfassung auf dem Recyclinghof
3
A.V.E.-Verwaltungsgebäude
4
PaderKompost-Lagerhalle
5
400 Meter Tunnel auf Deponiesohle zur Sickerwassererfassung
6
Deponie-Monobereich für produktionsspezifische Abfälle
7
Grüngutkompostierung
8
Verfüllter Altdeponiebereich
9
Umschlaghalle für Siedlungsabfälle
10
Bauschuttaufbereitung durch BBR Baurec GmbH
11
Siedlungsabfalldeponie (Deponieklasse II)
12
Bioabfallumschlagplatz
13
Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Deponiegasnutzung
14
Sickerwasserkläranlage mit moderner Verfahrenstechnik
15
Mechanische Restabfallabfallaufbereitungsanlage der PEG
16
Neue Inertstoffdeponie für nicht verwertbaren Bodenaushub und Bauschutt
17
Klimafreundliches Fernwärmenetz


Das Entsorgungszentrum „Alte Schanze“ …
 
zwischen den Paderborner Stadtteilen Elsen und Wewer erstreckt sich über ein Gebiet von knapp 146 Hektar incl. Erschließungs- und Freiflächen. Die planfestgestellte Deponiefläche beträgt zirka 90 Hektar. Im Mai 1979 wurde die seinerzeitige Kreismülldeponie für Siedlungsabfälle (u.a. Haus- und Sperrmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle) in Betrieb genommen. In den 1990er Jahren bis zum jetzigen Zeitpunkt ist die kreiseigene Zentraldeponie sukzessive zu einem modernen Entsorgungszentrum ausgebaut worden. Der Ausbau nach dem „Stand der Technik“ schafft die Voraussetzung für eine eigenständige und unabhängige Kreislauf- und Abfallwirtschaft des Kreises Paderborn. Alle abfall-, wasser- und immissionsschutzrechtlichen Anforderungen des Bundes werden hierbei konsequent umgesetzt.

1. Eingangsbereich mit Wiegegebäude
Impressionen13Der Eingangsbereich ist mit zwei Eingangs- und zwei Ausgangswaagen ausgestattet. Zirka 120.000 LKWs und PKWs mit und ohne Anhänger passieren alljährlich diesen Bereich. Das Wiegebäude ist mit modernster EDV ausgestattet. Die Siedlungsabfälle werden in diesem Bereich kontrolliert erfasst und gewogen. Was es im Eingangsbereich zu beachten gilt, erfahren Sie auf unsere Homepage auf den Seiten „Anfahrt“, „Anlieferung“ und  „Gebühren/Entgelte“.

 
2. Wert- und Schadstofferfassung auf dem Recyclinghof (PKW-Rampe)

100_9747Hinter dem Eingangsbereich gleich rechts geht es auf unseren Recyclinghof. Hier müssen die Kleinmengenanlieferer ihre mitgebrachten verwertbaren und nicht verwertbaren Abfälle entsprechend der Beschilderung trennen. Vor der Zufahrt zum Recyclinghof werden die Abfälle vom Betriebspersonal einer genauen Kontrolle unterzogen. Gefährliche bzw. schadstoffhaltige Abfälle sind dem Betriebspersonal gesondert zu übergeben. Auf unserer speziellen Webseite „Anlieferung“ erfahren Sie dazu mehr.

3. A.V.E.-Verwaltungsgebäude
Impressionen11Das Personal des A.V.E. ist hier im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoß (OG) untergebracht. Die Büros im ersten OG und im Dachgeschoß sind an den Kreis Paderborn vermietet. 

 

4. „PaderKompost“-Lagerhalle
201_2187In dieser Halle werden unsere  drei „PaderKompost“-Produkte (Grüngut-Kompost, Pflanzerde und Kompost-Mulch) per Radlader auf LKW- für unsere gewerblichen oder PKW-Anhänger für unsere Privatkunden geladen. Vor dem Umladen ist natürlich eine Anmeldung im Wiegehaus oder auf dem Recyclinghof erforderlich. Mehr zur Grüngutkompostierung und unserem qualitativ hochwertigen „PaderKompost“ finden Sie auf unserer speziellen Internetseite www.paderkompost.de .

5. 400 Meter Tunnel auf Deponiesohle zur Sickerwassererfassung
Impressionen12Zum Schutz des Grundwassers und gemäß den rechtlichen Anforderungen der Deponie-Verordnung sind die Deponie-Schüttflächen (DK 2) seit den 1990er Jahren mit einem Mehrbarrierensystem (Geologische Barriere/Mineralische Basisabdichtung/Kunststoffdichtungsbahn/Schutzvlies/Entwässerungssystem) ausgestattet worden. In einem verzweigten Drainagesystem (geschlitzte PEHD-Rohre im Kiesbett) werden die schadstoffhaltigen Sickerwässer in einem 400 m langen und befahrbaren Tunnel kontrolliert erfasst und per Ringleitung zur benachbarten Sickerwasseraufbereitungsanlage weitergeleitet. Lesen Sie mehr dazu in Punkt 14!

6. Deponie-Monobereich für produktionsspezifische Abfälle
101_0066In diesem speziell eingerichteten Monobereich werden reaktionsfreie produktionsspezifische Abfälle (z.B. stichfeste Galvanik-/Emallieschlämme, Kesselasche, Strahlmittel, Filterkuchen) abgelagert. 

 

7. Grüngutkompostierung
100_0155Von privaten, kommunalen und betrieblichen Kunden werden jährlich rund 6.000 t Grüngut im Entsorgungszentrum angeliefert. Der AV.E verarbeitet diesen Baum-, Strauch- und Rasenschnitt seit 1993 auf einer ein Hektar großen Betriebsfläche. In einem zirka sechsmonatigen Kompostierungsprozess (Vor-, Haupt- und Nachrotte) werden die Grünabfälle zu einem wertgeschätzten RAL-Gütekompost “ natürlich veredelt“, der als „PaderKompost“ an Garten- und Landschaftsbaubetriebe, Landwirte, Erdenwerke sowie Hobby- und Kleingärtner verkauft wird. Die Nachfrage nach dem gütezertifizierten, auch im ökologischen Landbau einsetzbaren Grüngutkompost ist erfreulich hoch. Lesen Sie mehr über die Grüngutkompostierung auf unseren speziellen Internetseite www.paderkompost.de .

8. Verfüllter Altdeponiebereich
201_6157Hier lagern die Siedlungsabfälle seit Inbetriebnahme der Zentraldeponie im Jahre 1979 bis hin zum Jahr 2005. Seit Mitte des Jahres 2005 gilt in Deutschland das Verbot, organisch belastete Siedlungsabfälle auf Deponien direkt abzulagern. Um gefährliche Deponiesickerwässer und klimaschädigende Deponiegase zu vermeiden, müssen seit dieser Zeit die nicht mehr verwertbaren Haus- und Gewerbemischabfälle in Müllverbrennungsanlagen oder speziellen mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlagen vorbehandelt werden. Lediglich mineralische Abfälle, die nicht oder kaum reagieren, dürfen deponiert werden. Welchen Weg der Kreis Paderborn zur Vorbehandlung der Siedlungsabfälle eingeschlagen hat, erfahren Sie im Menü „Verwertungs- und Entsorgungswege“.

Gemäß den abfallrechtlichen Anforderungen zur Deponienachsorge ist in den nächsten Jahren eine mehrschichtige Oberflächenabdichtung und Rekultivierung der verfüllten Ablagerungsflächen der Zentraldeponie eingeplant. Ziel dieser baulich sehr umfangreichen Maßnahme ist die Reduzierung von Sickerwasser- und Deponiegasmengen sowie die Wiedereingliederung des Geländes in die umliegende Landschaft.

9. Umschlaghalle für Siedlungsabfälle
100_9935Die dreiseitig geschlossene Halle hat eine Größe von 700 m² (20m x 35m) und ist 2008 in Betrieb genommen worden. Die Stahlhalle dient zum witterungsunabhängigen Umschlag von gewerblichen Abfällen. Zudem dient sie in Spitzenzeiten zur Entlastung des benachbarten Recyclinghofes.

 

10. Bauschuttaufbereitung durch BBR Baurec GmbH
301_4322Bauschutt wie Beton-, Mörtel-, Fliesen- und Ziegelreste sowie bituminöser Straßenaufbruch werden in einer mobilen Bauschuttaufbereitungsanlage zerkleinert, gesiebt und klassifiziert. Das gewonnene Material (Schotter/Granulat) kann entweder im Straßen- und Wegebau oder als Zuschlagstoff in der verarbeitenden Bauindustrie eingesetzt werden. Die BBR Baurec GmbH (Paderborn) ist derzeit Betreiber der Bauschuttaufbereitung im Entsorgungszentrum. Das Recyclingprodukt (RC-Schotter 0/45) enthält das Gütezeichen für Recyclingbaustoffe. Lesen Sie mehr darüber auf der Internetseite der BBR Baurec .

11. Siedlungsabfalldeponie mit geringem organischen Anteil (Deponieklasse/DK II )
101_0063In diesem Schüttbereich werden derzeit reaktionsarme bzw. mineralisierte Abfälle (z.B. Asbest-/Dämm-/Glasabfälle) direkt abgelagert.

 

 

12. Bioabfallumschlagplatz
Impressionen15In den Jahren 1995/96 ist im Kreis Paderborn die grüne Biotonne zur Einsammlung  von organische Küchen- und Gartenabfällen eingeführt worden. Seit dieser Zeit besteht auf der „Alten Schanze“ eine Umladestation für die kommunal angelieferten Bioabfälle. Von der Fa. Kompotec GmbH werden die Bioabfälle (ca. 37.000 t/Jahr) gesichtet und auf LKW-Sattelzüge umgeladen. Von dort gelangen die organischen Abfälle zum Kompostwerk der Fa. Kompotec nach Nieheim (Kreis Höxter), wo sie in einer Biogas-Vergärungsanlage energetisch verwertet und zudem zu gütegesichertem Kompost verarbeitet werden. Ca. 80 Prozent dieser Komposte gehen als Bodendünger in die landwirtschaftliche Verwertung. Lesen Sie mehr darüber auf der Internetseite der Kompotec: www.kompotec.de

13. Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Deponiegasnutzung
Impressionen6Der im Juni 2011 neu installierte Gasmotor im Blockheizkraftwerk (BHKW) erreicht mit seiner elektrischen Leistung von 366 kW(Kilowatt) eine Jahresstromproduktion von zirka 3 Mio. Kilowattstunden (kWh), was umgerechnet einer jährlichen Stromversorgung von rund 900 Privathaushalte entspricht. Aus dem Deponiekörper können vorab über 72 Gasbrunnen gut 2 Mio. Kubikmeter Deponiegas gewonnen werden. Mit dem neuen BHKW betreibt der A.V.E. fortgesetzt aktiven Klimaschutz im Entsorgungszentrum, weil das brennbare, aber stark klimarelevante Methan aus dem Deponiegas höchst sinnvoll energetisch genutzt wird. Der auf Biomassebasis erzeugte Strom wird zum einen vor Ort für alle Betriebsanlagen (incl. Sickerwasserkläranlage) genutzt und zum anderen in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist. Hierbei werden Stromerlöse durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz erzielt. Seit der zweiten Jahreshälfte 2014 wird auch die Motorabwärme im BHKW effektiver genutzt. Durch ein klimafreundliches 1,7 km langes Fernwärmenetz werden die werkseigenen Einrichtungen (Verwaltungs- und Wiegegebäude, Schadstoffsammelstelle, Sickerwasserkläranlage) CO2-neutral mit Wärme versorgt. Lesen Sie mehr darüber in Punkt 16 bzw. im Untermenü mit dem Titel „Boden- und Bauschuttdeponie (DK 0)“.

14. Sickerwasserkläranlage mit moderner Verfahrenstechnik
Impressionen4Auf der Zentraldeponie entstehen jährlich durch Niederschlagsmengen ca. 70.000 bis 90.000 m³ Sickerwässer, die seit 1997 durch eine  Sickerwasseraufbereitungsanlage vorgereinigt werden. Die hochmoderne betriebseigene Indirekteinleiteranlage arbeitet nach einem speziellen Kombinationsverfahren. Nach einer biologischen Reinigungsstufe werden schwer abbaubare organische Verbindungen (CSB,AOX) durch die Behandlung mit Ozon/UV-Licht (Oxidation) aufgespaltet und für den weiteren biologischen Abbau verfügbar gemacht. Erst nach Erreichen der abwasserrechtlichen Grenzwerte ist eine Weiterleitung per Druckrohrleitung zum Gruppenklärwerk nach PB-Sande (Entfernung ca. 2,2 km) möglich. Die Sickerwässer werden regelmäßig durch chemisch-physikalische Analysen auf nicht weniger als 19 Schadstoffparameter (u.a. AOX-Halogenverbindungen-, Cyanide, Arsen, Blei, Chrom, Quecksilber) beprobt. Die festgestellten Werte unterschreiten zumeist deutlich den abwasserrechtlichen Anforderungen des Anhangs 51 der Rahmen Abwasserverwaltungsvorschrift und der Entwässerungssatzung der Stadt Paderborn.

15. Mechanische Restabfallabfallaufbereitungsanlage der PEG
AVE_Dreh_108_05-10-11Dank modernster Zerkleinerung-, Sieb- und Sortiertechnik trennt die Pader Entsorgung GmbH (PEG) auf dem Betriebsgelände brennbare von weniger brennbaren Restabfallstoffen. Die erzeugten Ersatzbrennstoffe (EBS) finden als Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl, Gas Absatz in Zement- und Kraftwerksbetrieben. Die weniger brennbaren bzw. niederkalorischen Stoffe werden der MVA Bielefeld zur Verbrennung angedient. Erfahren Sie dazu mehr im Menü „Verwertungs- und Entsorgungswege“ oder direkt auf www.pader-entsorgung.de.

16. Inertstoffdeponie für unbelasteten und nicht verwertbaren Bodenaushub und Bauschutt (DK 0)
IMG_9798Die „DK 0“-Inertstoffdeponie für unbelasteten und nicht verwertbaren Bodenaushub und Bauschutt ist im Mai 2015 in Betrieb genommen worden. Der A.V.E. ist gefordert, infolge des Gebotes einer langfristigen Entsorgungssicherheit entsprechende Ablagerungskapazitäten im Kreis Paderborn zu schaffen. In zwei weiteren Bauabschnitten soll ab dem Jahr 2020 das Ablagerungsvolumen sukzessive auf bis zu 2,4 Mio. Kubikmeter ausgeweitet werden. Die genehmigte Gesamtdeponiefläche wird dann 12,7 Hektar betragen. Lesen Sie mehr darüber im Untermenü mit dem Titel „Boden- und Bauschuttdeponie (DK 0)“.
 
17. Klimafreundliches Fernwärmenetz
DSC01522Gleichzeitig zum Ausbau der Inertstoffdeponie hat der A.V.E. ein 1,7 km langes Fernwärmenetz errichten lassen, das sich der Motorabwärme aus dem benachbarten Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Deponiegasverstromung (rund 3 Mio. kWh/Jahr) bedient. Bisher blieben Zweidrittel der im BHKW erzeugten Wärme mangels Alternativen ungenutzt. Damit wird die CO2-neutrale Wärmeversorgung der werkseigenen Einrichtungen und gleichermaßen die Einsparung von fossilem Propangas (30.000 Liter/Jahr) erreicht.Mit Inbetriebnahme des Fernwärmenetzes läuft die Wärme- und Stromversorgung im Entsorgungszentrum „Alte Schanze“ vollkommen energieautark. Diese Baumaßnahme erfolgt im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes des Kreises Paderborn. Lesen Sie mehr darüber im Untermenü mit dem Titel „Boden- und Bauschuttdeponie (DK 0)“.